Thema: Verbundprojekt: Betriebsleitung und Stoffstrommanagement - Vernetzte Agrarwirtschaft in Schleswig-Holstein; Teilvorhaben: FuE-Zentrum FH Kiel GmbH

Finanzierung: Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft

Forschungskennzahl: 28DE107A18

Fördersumme: 1.703.698,50 €

Laufzeit: 01.10.2019 bis 30.09.2022

Projektleiter: Prof. Dr. Yves Reckleben

Verbundpartner: Christian-Albrechts-Universität zu Kiel | Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein | DEULA Schleswig-Holstein GmbH | Berufsbildungszentrum am Nord-Ostsee-Kanal - Europaschule

Kurzfassung: Das Ziel des Experimentierfelds besteht in der Befähigung landwirtschaftlicher Betriebe für eine Identifikation individueller praktischer Fragestellungen und der darauf aufbauenden ökonomischen und ökologischen Bewertungen angebotener digitaler Lösungen. Durch den Wissenstransfer zwischen Wissenschaft, Aus- und Weiterbildung sowie Politik und Praxis in arbeitsteiliger Zusammenarbeit mit der Wirtschaft soll die digitale Transformation in der Agrarwirtschaft durch ein nachhaltiges Kompetenzmanagement etabliert werden. Darauf aufbauend werden außerdem Innovationsimpulse für Forschung und Unternehmen geschaffen. Entgegen gängiger, produktorientierter Geschäftsmodelle, in denen sich die Betriebsleitung mit technischen Lösungen einzelner Anbieter, die nach Anwendungsfeldern suchen, konfrontiert sieht, verfolgt das Experimentierfeld den Ansatz, durch eine interdisziplinäre, benutzerorientierte Zusammenarbeit die landwirtschaftliche Problemstellung in eine technische Lösung zu überführen.

Auf Basis der praktischen Herausforderungen in der Landwirtschaft steht im Zentrum des Experimentierfeldes die Entwicklung und Nutzung eines digitalen Stoffstrommodells, das die Datenströme in der landwirtschaftlichen Innen- und Außenwirtschaft praxisorientiert abbildet und durch passende Schnittstellen barrierefrei nutzbar macht. Dabei werden insbesondere die Anforderungen und Erfahrungen der landwirtschaftlichen Anwender eingebunden, um die Datenstruktur und den -umfang an den Fragestellungen in der Praxis auszurichten. Es wird eine Infrastruktur entwickelt, welche die Stoffströme entlang der landwirtschaftlichen Wertschöpfungskette mit ihren Datenanforderungen darstellt und in einem gemeinsamen Datenlexikon standardisiert. Diese landwirtschaftliche Wertschöpfungskette wird aus verschiedenen Bereichen beeinflusst. Neben den direkten Einflüssen durch neue Erkenntnisse aus Forschung und Entwicklung als auch durch die Aus- und Weiterbildung als Handlungsrahmen moderner Technologien in der Praxis, legt auch die Politik mit den entsprechenden Gesetzgebungen die tatsächliche Effektivität der digitalen Prozessketten fest.

Durch die enge Zusammenarbeit der Partner aus Wissenschaft, Bildung, Politik und Praxis sowie entsprechende einberufene Projektbeiräte soll das Stoffstrommodell mit der zugrundeliegenden Infrastruktur ganzheitlich wachsen, um die Agrarwirtschaft zu vernetzen. Dabei sind die Erlangung digitaler Kompetenzen und die Etablierung einheitlicher Datenstandards die Schlüssel zu einer nachhaltigen Etablierung. Darüber hinaus soll durch einen Austausch mit anderen Experimentierfeldern das generierte Wissen nicht nur innerhalb der jeweiligen Projektpartner, sondern vor allem in die landwirtschaftliche Praxis und in die vor- und nachgelagerten Bereiche deutschlandweit transferiert werden. Dadurch kann eine breite digitale Anwendung in der Landwirtschaft realisiert und neue Innovationsimpulse für die Wissenschaft und Wirtschaft generiert werden.

Nach Ende des Projektzeitraums soll die entwickelte Infrastruktur in der Forschung, Beratung sowie Aus- und Weiterbildung der Projektpartner implementiert sein und operativ eingesetzt werden. Gleichzeitig soll die Zusammenarbeit mit dem Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft e.V. (KTBL) während der gesamten Projektlaufzeit gewährleisten, dass ein bundesweit abgestimmter und national / international nutzbarer semantischer Standard entwickelt wird, der anschließend u.a. auch in der Arbeit des KTBL Anwendung findet.