Erfolgreiche Hochskalierung unseres küstennahen Seetang-Systems
Wir freuen uns, über die erfolgreiche Hochskalierung der Makroalgen-Installation in Kiel berichten zu können.
In Kooperation mit unserem Partner Hortimare und der tatkräftigen Unterstützung von Schülerinnen und Schülern der örtlichen „Lernwerft“-Schule wurden nun die ersten 760 Meter Algen-Langleinen ausgebracht.
Im Dezember folgen die weiteren Langleinen, sodass insgesamt ca. 1,5 km Leinen mit Zuckertang produziert werden. Dies ist ein wertvoller Schritt, um in Kiel nennenswerte Mengen nachhaltiger Algenbiomasse zu produzieren, und ein weiterer Meilenstein in Richtung Kommerzialisierung. Braune großwachsende Makroalgen sind ein essenzieller Bestandteil der sogenannten „niedertrophischen Aquakultur“, also der Produktion von Spezies, die sich als Primär- oder Sekundärproduzenten im unteren Bereich der Nahrungskette befinden. Makroalgen bieten dabei nicht nur eine alternative Proteinquelle zur traditionellen Landwirtschaft, sondern unterstützen auch eine Vielzahl von Ökosystemfunktionen, wie die Habitatbildung und die Nahrungsquelle für Meeresbewohner sowie die Nährstoffbindung, die in Zeiten der starken Eutrophierung der Ostsee immer wichtiger wird.
Da der Meeresraum begrenzt ist, rückt die Mehrfachnutzung verschiedener Flächen, etwa der Windkraftanlagen oder, wie hier, innerhalb bestehender Häfen, als Lösungsansatz in den Fokus. Dies wird im internationalen Forschungsprojekt ULTFARMS sowohl offshore als auch küstennah erforscht. Die Installation ermöglicht eine genauere Untersuchung der beiden derzeit besten Methoden zur Anpflanzung brauner Makroalgen, bei denen vorgezüchtete Algen an Schnüren oder Aussaatmaschinen mit biologisch abbaubarem Kleber zum Einsatz kommen. Die eisigen Temperaturen erforderten zwar deutlich mehr Entschlossenheit und Kleidung, aber es war ein idealer Zeitpunkt für die nun auswachsenden, braunen Makroalgen, die in kalten Gewässern gedeihen. In den kommenden Monaten werden das Wachstum der Algen und das Verhalten des Systems überwacht, um im Frühling mit der Algenernte zu beginnen.
Abbildung1: Obere Reihe: Die ersten installierten Langleinen mit je ca. 80–100 Metern Länge sowie der Einsatz der vorkultivierten Algen-Schüren.
Untere Reihe: Das F&E-Team mit essenzieller Unterstützung bei der Verwendung der „Aussaat“-Maschine durch die Schülerinnen und Schüler der Lernwerft „Club of Rome“ sowie den ULTFARMS-Partner Hortimare.